Alfred Czerny

 

Alfred Czerny gehörte ganz zu jener Schar moderner Bildhauer, die nach einer Erneuerung der Skulptur aus humanem Geiste strebten. Mit der Sicherheit seines Talents stellt er Dinge aus sich heraus, denen eine Anmut eigen ist und die in einem sehr alten, sehr schönen Sinn „schön“ sind.
Johann Muschik (1962)

Die Plastiken von Alfred Czerny können nicht stillstehen, meint man. Sie sind in der Bewegung erstarrt, glaubt man. Was ein Torso ist, ist auch ein Phallus und streckt sich und bäumt sich auf. Was ein Liegender Akt ist, das windet sich und streckt sich und kriecht. Was ein Pferd ist, das springt und hängt in der Luft, wie es die Himmlischen Pferde der Chinesen können. Nur stehen die schwer auf einer Wolkenstütze. Das brauchen Czernys Pferde nicht, solche Hilfen von Wolken.
Sven Weidinger (1968)

Überhaupt ist der Rhythmus, das Gegen- und Miteinander verschiedener Formen, die spannungsreiche Symbiose runder und hartkantiger Gestaltung das eigentliche Anliegen der Bildhauerkunst von Alfred Czerny. Ob er auf das von Degas erstmals variantenreich durchgespielte Thema der Tänzerin zurückgreift, oder ob er die ungegenständliche Durchdringung konvexer und konkaver Formen mit entsprechend scharfer Gratbildung gestaltet – stets geht es ihm um die Musikalität des Rhythmus, den eine Skulptur aufnimmt, gestaltet und, in Material transformiert, nach außen wieder abgibt.
Klaus Albrecht Schröder