Aktuelle Ausstellungen


Karl Vonmetz und H.H. Capor

 

Vernissage: Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19 - 21 Uhr

Zu den Ausstellungen: Silvie Aigner, Chefredakteurin PARNASS und Lucas Cejpek

Ausstellungsdauer: bis 24. November 2018

 

>>> Artikel zur Ausstellung (Wiener Zeitung)

 

_

KARL VONMETZ | SEHNSUCHT-GLANZ
Objekte

 

Karl Vonmetz gestaltet Objekte. Schon seine Schmuckstücke waren Plastiken im Kleinen, die man nicht nur tragen sondern auch aufstellen konnte. Bevorzugtes Material für die Schmuckstücke war für den Künstler Edelstahl, nicht der materielle Wert war wesentlich, sondern der ideelle Wert. Die Arbeiten waren und sind für den Künstler Zeichen und Symbole für seine Mitteilungen an die Menschen. Im Laufe der Jahrzehnte und mit der Möglichkeit, eine große Fabrikhalle als Atelier zu nutzen, gewannen die Objekte an Größe und wurden raumgreifend. Dem Material Edelstahl ist der Künstler treu geblieben. Nur einige wenige Arbeiten entstanden in Bronze oder Kupfer.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Schaffen des Künstlers, der nach einer Goldschmiedelehre an der Angewandten in Wien Metallgestaltung studiert hat, von frühen kleineren Objekten bis zu großen Arbeiten, die in diesem Jahr entstanden sind.

 

1950 in Meran geboren

1965–69 Goldschmiedelehre in Meran

1974 Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien

1979 Diplom für Metallgestaltung

1978 seither Mitglied der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs

 

Preise und Auszeichnungen:

1977 Bayrischer Staatspreis, IHM München

1979 1. Preis Gestaltungswettbewerb „Ehrenpreise“, Kammer der gewerbl. Wirtschaft, Wien

1979 Würdigungspreis des BM für Wissenschaft und Forschung, Wien

1981 Theodor Körner Preis

 

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

 

_

 

 Dämmerung

Abb.1 Dämmerung, 2008, 
Edelstahl gefärbt, 73 x 76 cm 

 

Abb.2 Atelieransicht

 

_

 

H.H.Capor | Zeitreise
Fotografie

 

Zum Glück ist die Zeitreise Hermann Caporsmit dieser Ausstellung nicht zuende, und auch nicht mit der letzten Postkarte mit seinem Portrait, das seit dem 17. Dezember 2017 in einem Hotel in Havanna hängt – die vollständige Postkartenserie liegt in der Ausstellung auf. – Die vorläufig letzte Benachrichtigung, wie Hermann Capor seine Reiseberichte nennt, wurde am 1. 10. 2018 in Wien aufgegeben, wie ich am Poststempel sehen kann, die Briefmarke zeigt Thayataler Tracht. – Die Briefmarken sind wichtig, hat mir Hermann Capor letzte Woche im Vor-gespräch zu dieser Vernissage gesagt, weil für ihn alle Details wichtig sind. Das Foto, das ihn eine Havanna rauchend zeigt – das ist meine Interpretation, weil das Foto in Havanna hängt, aber es könnte auch irgendeine Zigarre sein, und er raucht sie nicht, sondern hält sie nur in der Hand, eine brennende Zigarre – dieses Foto hat Elfriede Mejchar 1996 in Wien gemacht. Als Erinne-rungsfoto an einen Hotelaufenthalt in Havanna 2016 ver-ändert sich seine Bedeutung, und mit dieser Zeitreise auch die Bedeutung von Raum und Zeit. – Die Grundstein-legung für das Hotel Sevilla, das Hermann Capor damals zum ersten Mal bezogen hat, ist 1880 erfolgt, die Bögen und Säulen und Mosaiken sollen an die Alhambra erinnern, die im 9. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt wird, als rote Burg bei Granada. Hermann Capor hat im Sevilla den Nebel von gestern gelesen, ein Erinnerungsbuch des kuba-nischen Erfolgsautors Leonardo Padura an das Havanna der Neunzehnfünfziger Jahre. – In der Folge hat Hermann Capor an jedem Ort seiner Zeitreise ein Buch eines lokalen Autors gelesen. – Die Gästegalerie in dem Hotel hat ihn auf die Idee gebracht, sich unter Enrique Caruso und Josephine Baker zu mischen – ob dort auch ein Foto von Al Capone hängt, der zu den illustren Gästen gehört haben soll, kann ich nicht sagen. – Hermann Capor hat sich in allen Hotels, die er in der Folge für seine Zeitreise bezogen hat, als Gast verewigt und diese In-terventionen, wie er es nennt, mit Video dokumentiert, am Anfang selbst, bald mithilfe von Freunden wie Michael Michlmayr, der auch alle Videos geschnitten hat, die Sie in der Ausstellung sehen: Filme, die Hermann Capor in der Nachfolge Buster Keatons zeigen, wie er mit stoi-scher Miene Fotos von sich an Hotelwände hängt oder in Bilderrahmen schiebt oder mit einem Dietrich eine Vi-trine öffnet, um sein Portrait hineinzustellen, oder ein Plakat eines Familienfotos mit seinen Eltern auf das Fenster eines verlassenen Luxus-Hotels klebt. – Der Witz dieser Zeitreise besteht darin, daß sie spontan ent-standen ist und auf Improvisation beruht, die Auswahl der Hotels und der Gastportraits, alles ist in einem Jahr passiert. – Ich komme erst jetzt drauf, hat Hermann vor knapp einer Woche zu mir gesagt, es war nur ein Jahr! – Jetzt steht nur noch die Bilanz dieser Unter-nehmung aus, und dabei sind Sie als BesucherInnen der Ausstellung gefordert: Was ist aus den Fotos geworden? Hermann Capor hat damit begonnen, die Orte seiner Inter-ventionen von neuem aufzusuchen, aber wenn Sie zufällig vor Ort sind, schauen Sie bitte im Albion Hotel in Auck-land vorbei oder im Gran Hotel Bolivar in Lima, im Hotel Brighton in Valparaiso oder im Le Royal in Phnom Penh oder im Station Hotel in Hua Hin in Thailand.

PS: Das Waldorf Astoria in New York wurde gerade renoviert, als sich Hermann Capor dort verewigen wollte. Also hat er sein Portrait am Bauzaun angebracht, wo es verschwunden war, als er vom Essen zurückkam. Vorher hatte er zwei Stunden lang abgezählt, wie viele Passan-ten stehengeblieben waren, um sein Portrait zu betrach-ten. – Das war die erfolgreichste Ausstellung meines Lebens, hat er zu mir gesagt. – Sie können ein Foto da-von in dieser Ausstellung sehen.

Lucas Cejpek, Wien, 24. 10. 2018

 

Hinweis: 

Am Samstag, dem 24. November, präsentieren wir ab 17 Uhr ein weiteres Projekt des Künstlers:

Der Film Orte zum Sterben ist, anders als es der Titel vermuten lässt, nicht pessimistisch. In einer lebensbejahenden Art und Weise werden Orte gezeigt, an denen sich der Künstler vorstellen kann, zu sterben. Alle stehen in Bezug zu seinem Leben und zu seinen Reisen. Der Film besteht aus fünf Kurzfilmen von jeweils ca. 5 Minuten. Sie wurden 2017 und 2018 von verschiedenen Kameramännern und -frauen gedreht und unterscheiden sich daher in ihrer Bildsprache. 

 

1948 geboren in Wien

1963–66 Fotolehre

1967–78 Studium der Architektur und Betriebswirtschaft 

1981 Beginn der künstlerischen Tätigkeit

_

 

Rangun und Santiago, Fotografie, 2017

 

_

Vernissage: Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19 - 21 Uhr 

Zu den Ausstellungen: Silvie Aigner, Chefredakteurin PARNASS und Lucas Cejpek

Ausstellungsdauer: bis 24. November 2018