Florian Schaumberger

 

Das Studium bei Joannis Avramidis hat Florian Schaumberger sicher geprägt.
Das Bewegte, Dynamische, Ausgreifende ist typisch für seine Figuren. Ganz anders als Avramidis geht Schaumberger aber von vorgefertigtem Material aus.
Von diesen Anklängen an das Figurative gelangt Florian Schaumberger jedoch zur völligen Abstraktion.
Hat er zunächst mit Formrohren gearbeitet – die so entstandenen Objekte haben eine gewisse Nähe zur Architektur – so arbeitet er heute mit Stahlplatten. In seiner eigenen Schmiede werden die Flächen zerstückelt und die Bruchstücke zu neuen Gebilden zusammengefügt.
Betrachtet man diese Objekte, ohne auf ihre spezifische Ästhetik einzugehen, sieht man plötzlich vegetabile Formen, die an Baumstrünke erinnern, an aufgerissene Rinde, an verletzte Natur.
Hier äußert sich die Nähe des Künstlers zur Natur, inmitten derer er lebt. Und so sehr er diese genießt, so sehr lässt ihn deren Misshandlung und der sorglose Umgang mit unseren Ressourcen zornig und traurig werden.
In seiner Arbeit kann er diese seine Emotionen ausdrücken. Bruchstücke und Teile von Flächen, die zerstückelte geknickt, gebrochen, und aufgeschlitzt werden, werden zu kraftvollen Skulpturen zusammenfügt.
Titel wie Aggression oder Violence verstärken den Eindruck von Vergänglichkeit und das Gefühl der Ohnmacht auf den Betrachter.
Erinnerungsbilder an Grausamkeiten in der Vergangenheit werden auch wach, betrachtet man die Werkserie der Tafelbilder. Auch sie sind eine Reflexion auf das uns umgebende Geschehen.
So sind Kleinskulpturen entstanden, 20 bis 30 cm hohe und doch monumentale Gebilde. Sie können ins Riesige übertragen werden, wie etwa die Skulptur vor der Österreichischen Nationalbank oder das Denkmal der Exekutive auf dem Heldenplatz.

 

Dr. Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina Wien, in seiner Rede anlässlich der
Eröffnung der Ausstellung EISENTLICH in der Galerie:
„Eisenplastiken aus der Hand von Florian Schaumberger gehören wahrscheinlich
zu den besten Dramen, die die österreichische Kunstgeschichte geschrieben hat.“

 

Was mir vor Florian Schaumbergers Objekten als erstes durch den Kopf gegangen ist?
Julian Schutting
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Eisen kennt keinen Schmerz
Lesenswerter Artikel über Florian Schaumberger von Claudia Aigner in der Wiener Zeitung
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Abbilder des Bedrohlichen
Artikel über Florian Schaumberger von Gustav Schörghofer und Anna Hohmann in morgen 1/16
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Virginie Bailly und Florian Schaumberger
Artikel in der Druckausgabe von PARNASS, Ausgabe 1/2016, 35 Jahre Jubiläumsausgabe
© Parnass Verlag GmbH
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