Gottfried Ecker

 

Wie schon Pablo Picasso, Francis Bacon oder Markus Lüpertz hat sich auch Gottfried Ecker mit Nicolas Poussin, einem der bedeutendsten Maler des französischen Barock, intensiv auseinandergesetzt. Poussin entwickelte seine figürlichen Kompositionen anhand von Wachsmodellen, die er in einer Art Guckkasten arrangierte, um räumliche Konstellationen, Größenverhältnisse, Architekturen und Perspektiven zu visualisieren.
Ecker schafft mit dem Objekt “Poussins Bühne“, einer modifizierten ehemaligen Puppenküche, eine vergleichbare Situation, in der er Konstellationen von Figuren und Objekten szenisch aufbaut und in einem zweiten Schritt malerisch umsetzt. Die Radierungen und Aquarelle der Serie “Kopfschleuder“ bereiten seit 2002 diese für Ecker so typischen Raum- und Bühnensituationen der aktuellen Arbeiten vor.
Dass sich Ecker auch mit Poussins Farbpalette beschäftigt hat, zeigt ein „hands-on“- Objekt, mit dem die Besucher individuelle Farbkombinationen einstellen können. Die mythologischen, allegorischen oder religiösen Themen Poussins finden ihren Niederschlag in Eckers Keramiken der “Gänse“, seine Holzplastiken “Sarkophage“ referieren auf die zahlreichen Grafiken Poussins, in denen er antike Sarkophage und Reliefs gezeichnet hat und die mehrteiligen Wandinstallationen aus Leinwänden unterschiedlicher Größe und hölzernen Objekten nehmen Bezug auf Poussins Lichtstimmungen.
Mit seinen facettenreichen Arbeiten schafft Ecker ganz besonders spannungsgeladene Bildräume.
Er bricht die idealisierten Landschaften und heroischen Szenerien Poussins auf eine poetische und zuweilen auch humorvoll-spielerische Ebene runter, und setzt das akademisch und formalistisch geprägte Werk des französischen Malers in ein neues Licht.
Hartwig Knack

 

 

Thema der Zeichnungen, Malereien und Skulpturen von Gottfried Ecker ist die Schaffung von Bildräumen, wobei er an eine kunsthistorische Entwicklung anknüpft und unsere Sehgewohnheiten berücksichtigt.
Er verwirklicht mit klassischen Bild-und Gestaltungselementen ein komplexes künstlerisches Konzept.
Sein künstlerische Methodenspektrum reicht von Grafik über Skulptur bis zur Rauminstallation, die sich aber auch durchaus im Bereich Malerisch-Grafischen wiederfindet.

Gerade in auf den ersten Blick scheinbar unauffälligen Darstellungssituationen, mit
äußerster Behutsamkeit gesetzten Präsentationsperspektiven und Gegenstandkombinationen, wird größtmögliche Sensibilität erprobt. Gottfried Ecker agiert mit großer Selbstverständlichkeit, läßt leise Ironie anklingen und neigt zu beinahe offensivem Understatement.
So entstehen Räume zwischen Realität, Traum, Utopie und lllusion, die Stimmung schwankt zwischen Bedrohung und Melancholie.