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Trans-Forming
Veronika Veit, Skulptur und Objekt
Leo Kandl, Fotografie

20.10. – 25.11.2017

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Vernissage: Donnerstag, 19.10.2017, 19 – 21 Uhr

 

Zur Ausstellung: Margit Zuckriegl, Kuratorin

Ausstellungsdauer: 20. Oktober - 25. November 2017
Di – Fr von 12.00 bis 18.00, Sa von 11.00 bis 15.00

Ort: Galerie Straihammer und Seidenschwann, Grünangergasse 8/3, 1010 Wien

 

 

Trans-Forming
Der unwillkürlichen Veränderung auf der Spur

 

Mit einer Werkgruppe von Objekten aus 2015 und einer räumlichen Installation ist die Münchner Künstlerin Veronika Veit zu Gast in der Galerie Straihammer und Seidenschwann, zusammen mit dem Wiener Fotografen Leo Kandl, der aus seinem inzwischen schon klassisch gewordenen Konvolut von Gewandfotos eine konzise Auswahl präsentiert. „Trans-Forming“ steht als Titel über der Schau, die von Margit Zuckriegl kuratiert und erläutert wird: „Das Unwillkürliche, oft Unbemerkte in Veränderungsprozessen ist gerade in den heutigen Zeiten der Fakes und Realitätskonstrukte ein interessantes Phänomen. Das Nicht-Festgelegte von Formen und das Durchlässige von Materialität reflektieren im Kunstkontext die aktuellen Kontingenzdebatten in Soziologie, Ökonomie, Politik.“ Trans-Forming meint damit einen Veränderungsprozess, der aus ehedem als fix und konstant erkannten Formen, neue, flüssige Formanalogien entstehen lässt.

Veronika Veit hat in der Serie „turning“ die Präsenz von menschlichen Figuren in ein Ensemble aus abstrakten Hüllenobjekten gewandelt. Aus der Anwesenheit wurde eine Abwesenheit – manifestiert durch die Spuren der eliminierten Person: Kleidung, Hülle, Objekte, Taschen, Schuhe in Zusammenprall mit Kugeln, Schläuchen, Leitungen, Ständern. Erschrocken blickt der Betrachter auf vermeintlich alltägliche Dinge, deren Eigenleben und Kombinationswille Irritation und Interesse auslösen. Kopfüber stürzen sich die Figurinen aus einem Rock in eine Halskrause, fragen insektenäugige Glatzkopfreplikantinnen nach ihrer Daseinsberechtigung: sind wir das Ergebnis eines Tests?

Für Leo Kandl steht außer Frage, dass das Gewand dem Menschen zum Spiel mit Identitäten dient. Die Kleidungsstücke in seinen Fotografien übernehmen die Rolle der Träger und mutieren zu eigenen Gegenständen mit Zeichencharakter und skulpturaler Qualität. Kandl zeigt also nicht: bekleidete Körper - sondern Hüllen, die sich zu einer eigenen Form emanzipiert haben und Leibhaftigkeit angenommen haben. In dieser „Wesensdifferenz“ ist Raum für Interpretation und Assoziation: am Unterschied von Wahrnehmung und Imagination hat der Philosoph Hans Blumenberg seine Ding-Phänomenologie festgemacht: „Zu den Sachen und zurück“ hatte er seine Publikation der 1980er Jahre genannt und der Kunst eine Sphäre des Nicht-Anschaulichen der Dinge attestiert. Diese gehören auch zum Reich des Phantastischen, der Unsicherheit, der Mutationen und der Veränderungen. Veronika Veit und Leo Kandl arbeiten in diesen Zwischenbereichen und sind dem Unwillkürlichen, Unvermuteten solcher Wandlungsprozesse von Dingen und auf der Spur. 

 

Kuratorin: Margit Zuckriegl

 

 

Presse-Fotos (Download):

 

Veronika Veit
Skulptur und Objekt

Array, 2013, Kunststoff, Acryllack, Leder
33 x 23 x 24 cm

Eloy, 2011, gold, resin, plastic, paper,
acrylic, clothes line, carpet, glass, metal
150 x 90 x 78 cm

the bitch:
Die bitch ist mein Zenmeister, 2015
Stoff, Epoxidhharz, Lack, Metall, Kunststoff
44 x 34 x 17 cm

 

Turning 3
(Method for shifting one´s own point
of life in time, try out 3), 2015
fabric, epoxy,resin, polish, metal,
paper, plastic, rubber
about 170 x 55 x 60 cm

Turning 8
(Method for shifting one´s own point
of life in time, try out 8), 2016
fabric, epoxy, resin, polish, metal
about 155 x 58 x 50 cm

 

 

 

Leo Kandl 
Fotografie

 

Flohmarkt, 1996
Vintage C-Print, 30 x 22 cm

Gewand, 1996/2015
C-Print, 27,5 x 18,5 cm

 

 

Polstermöbel,1995
Vintage Silbergelatine Print

Theaterkostüm, 1994/2016
C-Print, 25 x 36,5 cm

 

 

 

 

 


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Ausstellungen Nina Annabelle Märkl und Elfriede Mejchar 

7.9.2017 – 14.10.2017

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Vernissage: 7. September, 19.00 bis 21.00 Uhr

Zu den Ausstellungen: Hartwig Knack, Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker

Ausstellungsdauer: bis 14. Oktober 2017
Di – Fr von 12.00 bis 18.00, Sa von 11.00 bis 15.00

Ort: Galerie Straihammer und Seidenschwann, Grünangergasse 8/3, 1010 Wien, www.galerie-sunds.at

 

 

Aggregate und Zustände
Nina Annabelle Märkl

Objekte und Zeichnungen

 

Die Linie evoziert Räume – die Faltung im Papier macht die zweidimensionale Zeichnung zu einem räumlichen Gebilde.

Nina Annabelle Märkls Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Zeichnung, Installation und Skulptur.  Sie lösen die Grenzen der Gattungen ebenso auf, wie sich Figur und Gegenstand in zeichenhaftes Kürzel, technisches Fragment in organischen Körper, Erkennen in Nichterkennen, Gegenständlichkeit in Abstraktion, Nähe in Distanz löst. In ihrer Durchlässigkeit erzeugen sie einen Raum, der im Kippmoment zwischen verschiedenen Realitätsebenen oszilliert.

Es gilt die Gleichzeitigkeit der die Dinge und ihrer Erscheinung(en) sowie das Moment der Distraktion, das mit unserer Wahrnehmung in einer digitalen Zeit verbunden ist, mit analogen Mitteln zu betrachten.

Die Gegenständlichkeit der Darstellung bildet, indem sie Bildelemente erkennbar macht, einen Anknüpfungspunkt für die Wahrnehmung. Sie erzeugt ein Gefühl der Vertrautheit, das mit der Wiedererkennbarkeit eines Objekts oder Fragments einhergeht, zugleich initiiert sie ein Ablenkungsmanöver, das dem Gesehenen die Gewissheit nimmt, das Sichtbare fast unmerklich freisetzt, indem es ihm den Boden entzieht. 

In ihren Settings entwirft Märkl fragile Konstellationen des Bestehenden, die Seh-und Wahrnehmungsgewohnheiten hinterfragen, und dabei verschiedene Betrachtungswinkel gleichzeitig, wie im Blick durch ein Kaleidoskop auffächern. Spiegelungen vervielfältigen tatsächliche und in der Zeichnung suggerierte räumliche Strukturen, beziehen den Betrachter mit ein und verwickeln ihn in ein dialogisches Spiel mit den Möglichkeiten des Raumes.

 

 

Presse-Fotos (Download):

 

     
   

 

 

Ich habe meine Arbeit immer sehr gern gehabt
Elfriede Mejchar

Fotografie

 

Elfriede Mejchar trat 1975 beim Herbstsalon der Galerie Nächst St. Stephan das erste Mal als Künstlerin an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon 21 Jahre im Dienst des Bundesdenkmalamtes tätig und hat als Topografin unser Bild von der österreichischen Kunst und Architektur beeinflusst. Als Topografin hat sie gelernt nicht manipulativ zu fotografieren, keine Geschichte zu erzählen. Sie hat im Laufe ihres Berufsleben tausende Kilometer zurückgelegt und hat dabei begonnen, nebenbei das abzulichten, was sie auf ihren Wegen vorfand: Autowracks, Vogelscheuchen, Hotelzimmer und vieles mehr. War sie vom Bundesdenkmalamt beauftragt, das Bedeutende und Große zu fotografieren, so hat sie für sich das Unscheinbare und das Detail entdeckt.

Diese Fotografien sind die Grundlage für ihre unermüdliche  Atelier-  und Dunkelkammerarbeit, die sie seit den 1980er Jahren verfolgt und die stets offen assoziativ und durchdrungen von Eindrücken und Erlebnissen ist. Hier kann sie sich zu einer radikalen Subjektivität bekennen. Sie selbst sagt: ich konnte nie aufhören und wollte immer viel Neues ausprobieren und experimentieren. 

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien sind poetische Collagen, die neben ihrer dokumentarischen Arbeit für das Stift Kremsmünster entstanden sind. Das Überlagerung der Schichten ist wie eine Glasscheibe durch die wir unsere eigenen Gedanken und Eindrücke sehen können.

 

 

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