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Galerie Straihammer und Seidenschwann zeigt ab 7.6.17:

Jenny Watson „Other Lives“ und „Am Rande des Etwas“von K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger

Mit der Ausstellung von Werken der australischen Biennale-Teilnehmerin Jenny Watson und der heimischen Künstlergruppe K.U.SCH. präsentiert die Galerie Straihammer und Seidenschwann ab 7. Juni 2017 zwei künstlerische Positionen zu Text und (Schrift)zeichen.

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Vernissage: 7. Juni 2017, 19.00 bis 21.00 Uhr
Eröffnung: Hartwig KnackRenate Krätschmer und Sito Schwarzenberger von K.U.SCH. werden anwesend sein
Ausstellungsdauer: bis 9. September 2017
Di – Fr von 12.00 bis 18.00, Sa von 11.00 bis 15.00
Ort: Galerie Straihammer und Seidenschwann, Grünangergasse 8/3, 1010 Wien, www.galerie-sunds.at

 

In ihrer nächsten Schau zeigt die Galerie Straihammer und Seidenschwann im charmanten „Kipferlhaus“ in der Wiener Innenstadt mit Arbeiten von K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger und der Australierin Jenny Watson zwei künstlerische Positionen, die sich mit dem Verhältnis von Kunst zu Text und (Schrift-) Zeichen auseinandersetzen. 

Jenny Watson

Inspiriert durch frühe Arbeiten des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Joseph Kosuth beschäftigte sich die 1951 in Melbourne geborene Jenny Watson seit Anfang der 1970er Jahre mit den Problemen der sinnlichen Wahrnehmung – der Realität, der Identität und der Definition des Gegenstandes. Spätestens seit 1993, als sie ihr Land auf der Biennale in Venedig repräsentierte, gehört Watson zu den international bekanntesten Künstlerinnen des australischen Kontinents. Das besondere an ihren Arbeiten ist die Kombination von Malerei, Text und Objekt, sowie das Zusammenspiel von Humor, Ironie und schlichtem aber einpräg­samem Sujet. Mit einfachsten Bestandteilen – ungrundierte Stoffe als Trägermaterial, male­risch rudimentär belassene Figuren und handgeschriebene kurze Texte – kreiert Watson in ihren figurativen Bildern komplexe Geschichten, die einerseits einen feministi­schen und sozialkritischen Anspruch erheben, andererseits immer auch tagebuchähnlich persönliche Einblicke zulassen und als selbstreferenziell interpretierbar sind.

Die gezeigten Arbeiten sind Bilder und Texttafeln, wobei die Verbindung von Text und Bild nur optisch zur Deckung zu kommen scheint. Weder illustrieren die Bilder die Texte, noch erklären diese die Bilder. Text und Bild weichen bei Watson so weit wie möglich voneinander ab. Watson ist einerseits mit Werken der Konzeptkunst ver­traut und will andererseits banale und persönliche Alltagsaspekte in ihre Kunst integrie­ren.

 

K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger

Der Mensch, eingebunden in die Natur und seine kulturelle Identität, gefangen in gesell­schaft­­lichen Normen und Zwängen, sie kritisierend oder radikal aus ihnen ausbrechend, ist seit jeher das bestimmende Thema im Schaffen der 1972 von Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger (1943-2013) gegründeten Künstlergruppe K.U.SCH., der 2006 ihr Sohn Sito beigetreten ist. 

In einer Bodenarbeit, die sich zum Teil die Wand es Ausstellungsraums erobert, arrangiert Sito Schwarzenberger für diese Schau unterschiedlichste Zeichen, Symbole, Textfragmen­te und Fundstücke inhaltlich zu einem übergeordneten Ganzen. Ambivalentes, Assoziatives und Gegensätzli­ches gehören für K.U.SCH. grundsätzlich zueinander. Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben bedingen einander doch in letzter Konsequenz. Hier schwingt der Gedanke des Gesamtkunstwerks mit, den K.U.SCH. seit jeher verfolgen: Die Verknüpfung von Kunst und Leben als Einheit.

Rhythmus, Dynamik und Bewegung sind konstitutive Merkmale der Zeichnungen und Objek­te Renate Krätschmers. Ihre Selbstporträts, mit dem Bleistift einmal chaotisch verdichtet, einmal zeichenhaft reduziert ausgeführt, gewähren vertrauliche Einblicke. Andere Blätter zeigen mit Farbstiften oder mit dem Pinsel kalligrafisch erfasste und rhythmisch bewegte Figurenkürzel, die die Künstlerin 2013 in einem Modell dreidimensional umgesetzt hat. Diese „Rhythmi­schen Gestikulationskürzel“ zeigen abstrahierte Bewegungen von Tänzern, die in einer würfelförmigen Anordnung kulissenhaft wie auf einer Theaterbühne gestaffelt hinterein­ander präsentiert sind. Beim Durchblicken der unterschiedlichen Ebenen ergeben sich je nach Perspektivwechsel mal räumliche Verdichtungen und mal offene Strukturen.

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KURZBIOGRAFIEN

Jenny Watson wurde 1951 in Melbourne, Australien, geboren. Sie absolvierte in Melbourne sowohl das Studium der Malerei als auch der Erziehungswissenschaften und stellte erstmals 1973 in ihrer Heimat aus. Seitdem zeigte sie ihre Werke in über 100 Einzelausstellungen in Australien, Europa, Indien, Neuseeland und den USA. 2017 etwa in Wien, Sydney und Reykjavík, Island. 1993 war sie Gast auf der Biennale in Venedig. Dazu kommen mehrere hundert Gruppen­aus­stellungen sowie Ankäufe in staatlichen und privaten Galerien auf der ganzen Welt. Aktuell lebt sie teils in Brisbane, Australien, teils in Europa. 

K.U.SCH. (1972 gegründet von renate Krätschmer Und Jörg SCHwarzenberger; seit 2006 mit Sito): Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger wurden beide 1943 in Wien geboren, wo Jörg Schwarzenberger 2013 auch verstarb. Sito Schwarzenberger wurde 1976 in Graz geboren. K.U.SCH. leben und arbeiten in Wien und Krems.

Die Künstlergruppe versteht ihre interdisziplinäre Arbeit im Sinne eines erweiterten Kunst­begriffs und eines „konzeptionellen Dadaismus“. Ihr Œuvre umfasst Objektkunst, Raumin­stalla­tionen, Korrespondenzen im freien (natürlichen) Gelände, Interventionen im öffentlichen (urbanen) Raum, Filme, Texte, performative Arbeit in Richtung Gesamtkunstwerk bzw. einer spezifisch entwickelten Form von Prozessionstheater und im Weiteren von Laufstegtheater. Seit 1971 Kontakte zu Fluxus, Arte Povera und zur internationalen Mail-Art-Bewegung. Jörg Schwarzenberger war 1977 auch Mitbegründer der Stadtzeitschrift „Falter“. 

Zahlreiche Stipendien und Studienaufenthalte führten K.U.SCH nach Rom und Paliano in Italien, nach Japan, die Niederlande und Uruguay sowie ab 2004 immer wieder nach China. 

Das erste Prozessionstheater wurde 1988 für das erste Donaufestival in Krems realisiert, weitere folgten, u. a. 1992 für die Graphische Sammlung Albertina. Das „Laufstegtheater“ inszenierten K.U.SCH. 1996 auf der Donauinsel in Wien, 2000 auf Schloss Lengenfeld in Niederösterreich, im Kabelwerk in Wien und 2002 im Klangraum Krems. 2005 gab es das „Non-Stop-Shopping-Theater“ in der Fußgängerzone in Krems, 2009 „Funken Soundwhich“ am Wachtberg bei Gars am Kamp und die Performance „Feuchtgebiete“ zur Ausstellung „EVO-EVO“ im Künstlerhaus Wien. 2010 entstand die Performance „FLEXATIV“ begleitend zur „Waber Retrospektive und Weggefährten“ für das Leopold-Museum in Wien sowie zahlreiche ähnliche Projekte in Berlin, Wien und Niederösterreich. 

Ab 1970 zeigten K.U.SCH. ihre Arbeiten in Dutzenden Personalausstellungen und bei Ausstellungsbeteiligungen in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Taiwan, Berlin, Krakau, St. Pölten, Nanjing, Bejing, Tulln und Krems, so in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, in der Wiener Secession, im Nanjing Shenghua Arts Center, und in der RCM Gallery of Nanjing in China, im Künstlerhaus Wien oder bei ZEITKUNST N.Ö. in St. Pölten. 

1995 erhielten K.U.SCH. den Würdigungspreis des Landes N.Ö. für Bildende Kunst

 

Presse-Fotos (Download):

Watson
     
 
     
     
     

 


 

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Ausstellungen Toni Stegmayer und Krasimira Stikar
27.4. bis 3.6.2017

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Sowohl Krasimira Stikar als auch Toni Stegmayer arbeiten inhaltlich mit dem facettenreichen Beziehungsgeflecht von Bewegung, Statik, Zeit und Raum.

 

Mental Rotation
Toni Stegmayer

Skulpturen

 

Die ausgestellten Steinskulpturen des im bayerischen Kiefersfelden ansässigen Bildhauers und Videokünstlers Toni Stegmayer thematisieren Wahrnehmung, Bewegung, Offenheit und statische Geschlossenheit. Beim Betrachten seiner kubischen, durch glatte Schnitte und unregelmäßige Bruchflächen charakterisierten Arbeiten der Serie „mental rotations“ stellt sich unvermittelt das Bedürfnis ein, die einzelnen Teile gedanklich in ihre mutmaßlich ursprüngliche Form zurückzuführen.


Die Skulpturen der zweiten ausgestellten Werkgruppe der „Konstellationen“, die sich aus seriellen Steinquadern und -stelen bilden und für jede Ausstellungssituation neu angeordnet werden können, erobern sich den Galerieraum in Form chaotisch angeordneter Anhäufungen, als symmetrisch organisierte Blöcke oder einzelne Stelen. Durch gezielt gesetzte Schnitte und kontrollierte Brüche im Material beugt Stegmayer die Massivität der Steinkuben und scheint sie damit aus der statischen Balance zu bringen.

 

Bewegung und Stillstand
Krasimira Stikar

Zeichnung und Installation

 

Krasimira Stikar, 1980 in Bulgarien geboren, absolvierte 2005 ihr Studium bei Peter Kogler an der Akademie der bildenden Künste Wien.


Stikar zeigt Arbeiten auf Papier, in denen sie Bewegungsabläufe in minimalistisch-konkreter Art und Weise als Bildsequenzen vorführt sowie kurze Videoanimationen, die in geometrisch reduzierter Manier das Themenspektrum Veränderung versus Stillstand und Innen versus Außen thematisieren. Zudem hat Stikar für die Ausstellung eine temporäre Wandmalerei realisiert, in der sie die Serie der „Shaped Canvases“ des US-amerikanischen Künstlers Frank Stella zitiert. Mittels einer linearen Formensprache konturiert und rhythmisiert die Künstlerin die solide Stirnwand des Galerie-Entrees, setzt sie durch Hinzufügen eines Wandsegments gleichsam in Bewegung und öffnet dadurch den Raum.

 

Vernissage: Mittwoch, 26.4.2017, 19 bis 21Uhr 
Ort: Grünangergasse 8, 1010 Wien 

Öffnungszeiten: Di-Fr von 12.00 bis 18.00 Uhr, Sa von 11.00 bis 15.00 Uhr 

Dauer: 27.4. bis 3.6.2017 

Kurator: Hartwig Knack, Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und ersuchen herzlich um Ankündigung/ Berichterstattung!

Informationen: Roswitha Straihammer, straihammer@galerie-sunds.at 
Pressefotos: Zur freien Verwendung ausschließlich im direkten Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellungen

 




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Ausstellungen Magnus Pöhacker und Anna Khodorkovskaya
9.3. bis 21.4.2017

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STANDPUNKTE
Magnus Pöhacker

Skulpturen

 

Magnus Pöhacker wurde 1967 in Innsbruck geboren. Er studierte von 1985 – 1991an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterklasse für Bildhauerei bei Prof. Joannis Avramidis und schloss 1991 mit Diplom ab. 1991/1992 setzte er seine Studium der Medailleurkunst und Kleinplastik fort und begann sich mit Druckgraphik an der Meisterklasse für Druckgraphik bei Prof. Maximilian Melcher an der Akademie der bildenden Künste in Wien zu beschäftigen. Er ist seit 1991 freiberuflicher Bildhauer und Graphiker. In seiner Arbeit geht es um menschliche Körper, die der Zeit unterworfen sind, die sich bewegen, verändern oder mitten in der Bewegung verharren. Die Ausstellung STANDPUNKTE zeigt uns die narrativen Elemente in der Bildhauerei Wir finden Köpfe, Torsi und Körper, liegende, sitzende und stehende, bedrängte, einbeinige und stolze, nach unten gedrückte und aufrechte; wir finden runde und kantige Formen, glatte und rissige, Formen aus Beton oder Metall. Es ist, als ob der Künstler lange Reisen in die Ferne oder Nähe gemacht und uns nun behauene Bilder mitgebracht hätte. Köpfe, die sich aus ihren Sockeln herauswinden und sich über die Erde erheben; stolze, ruhige Köpfe Figuren, die schwerelos zu schweben scheinen, andere, die sich kaum oder nicht mehr erheben können, und wiederum andere, die in ihren Sockeln zu stecken scheinen, festgehalten von einer unsichtbaren Kraft. Magnus Pöhacker ist ein schweigender Künstler, umso beredeter sind die Titel seiner Werke wie etwa Blockhafter Torso, Überstreckter Kopf, Kleine Einbeinige, Kopfstele und vieles mehr. Jede Skulptur hat, je nach Beleuchtung und Blickwinkel, eine nahezu unendliche Fülle von Aspekten und Erscheinungsformen und erzählt uns Geschichten von Gefühlen, Freundschaften, Leidenschaften und den archaischen Rhythmen des Lebens und Sterbens, denen wir ausgesetzt sind.

 

 

Wächter 2012/2014, Bronze 3/3, H 207 cm

 

Kleiner gestürzter Falke, 2010 Bronze 3/3, H 30 cm

 

Starke Bewegung, 2000,
Bronze 3/6, H 38,5 cm

 

 

OVERFLOW
Anna Khodorkovskaya

Malerei

 

Wir alle versuchen, den lästigen „Mist“ des Alltags loszuwerden: Werbeprospekte, billige Zeitschriften, gebrauchte Verpackungen und alte, wertlose Dinge. Diese werden zwar von der Gesellschaft selbst produziert, werden aber als physischer und visueller Müll empfunden. Sie schreien danach, weggeworfen und vergessen zu werden. Für die Künstlerin Anna Khodorkovskaya findet sich im Abfall des Alltags manchmal Lohnendes. Sie sieht sich diese „Bruchstücke“, diese Fragemente näher an. Haben sie abgesehen von ihrer offensichtlichen Bedeutung noch eine andere Aussage? Gewöhnlich wird angenommen, dass Kunst und alltägliche Gegenstände verschiedenen Ordnungen angehören, und doch durch eine gemeinsame Distinktion verbunden sind. Kunst wird nicht einfach dadurch Teil des Alltags, dass über sie reflektiert wird, und das Einbeziehen von Kunst in den Alltag macht diesen nicht zu einer künstlerischen Praxis. Dieser Abstand zwischen den Künsten und dem Alltag ist der Ausgangspunkt dieser Arbeiten. Die Reduktion der semantischen Funktion von Materialien, deren ursprünglicher Zweck es war, als Informationsmedien zu dienen, ermöglicht es, die Aufmerksamkeit auf ihre visuellen und emotionalen Komponenten zu fokussieren. Diese Bilder, die manchmal noch erkennbar, manchmal zu völlig abstrakten Kompositionen ausgestaltet sind, funktionieren in der Sprache unserer Alltagsästhetik und lösen die Unterscheidung zwischen Kunst und Alltag auf, werden dadurch zu einem Weder-Noch, bilden den Horizont eines Augenblicks der Neutralität, der auf das Dazwischen seiner konstituierenden Elemente angewiesen ist und sich doch deutlich von seinen Komponenten unterscheidet.

 

 

Untitled, aus der Serie Bruchstücke, 2016, 70 × 110 cm

 

Untitled, aus der Serie Bruchstücke, 2016, 70 × 110 cm

 

Untitled, aus der Serie Bruchstücke, 2016, 70 × 110 cm

 

Vernissage: Mittwoch, 8.3.2017, 19 bis 21Uhr
Ort: Grünangergasse 8, 1010 Wien

Öffnungszeiten: Di-Fr von 12.00 bis 18.00 Uhr, Sa von 11.00 bis 15.00 Uhr 

Dauer der Ausstellungen:9.3. bis 21.4.2017

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und ersuchen herzlich um Ankündigung/ Berichterstattung!

Informationen: Roswitha Straihammer, straihammer@galerie-sunds.at
Pressefotos: Zur freien Verwendung ausschließlich im direkten Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellungen