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Ausstellungen Nina Annabelle Märkl und Elfriede Mejchar 

7.9.2017 – 14.10.2017

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Vernissage: 7. September, 19.00 bis 21.00 Uhr

Zu den Ausstellungen: Hartwig Knack, Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker

Ausstellungsdauer: bis 14. Oktober 2017
Di – Fr von 12.00 bis 18.00, Sa von 11.00 bis 15.00

Ort: Galerie Straihammer und Seidenschwann, Grünangergasse 8/3, 1010 Wien, www.galerie-sunds.at

 

 

Aggregate und Zustände
Nina Annabelle Märkl

Objekte und Zeichnungen

 

Die Linie evoziert Räume – die Faltung im Papier macht die zweidimensionale Zeichnung zu einem räumlichen Gebilde.

Nina Annabelle Märkls Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Zeichnung, Installation und Skulptur.  Sie lösen die Grenzen der Gattungen ebenso auf, wie sich Figur und Gegenstand in zeichenhaftes Kürzel, technisches Fragment in organischen Körper, Erkennen in Nichterkennen, Gegenständlichkeit in Abstraktion, Nähe in Distanz löst. In ihrer Durchlässigkeit erzeugen sie einen Raum, der im Kippmoment zwischen verschiedenen Realitätsebenen oszilliert.

Es gilt die Gleichzeitigkeit der die Dinge und ihrer Erscheinung(en) sowie das Moment der Distraktion, das mit unserer Wahrnehmung in einer digitalen Zeit verbunden ist, mit analogen Mitteln zu betrachten.

Die Gegenständlichkeit der Darstellung bildet, indem sie Bildelemente erkennbar macht, einen Anknüpfungspunkt für die Wahrnehmung. Sie erzeugt ein Gefühl der Vertrautheit, das mit der Wiedererkennbarkeit eines Objekts oder Fragments einhergeht, zugleich initiiert sie ein Ablenkungsmanöver, das dem Gesehenen die Gewissheit nimmt, das Sichtbare fast unmerklich freisetzt, indem es ihm den Boden entzieht. 

In ihren Settings entwirft Märkl fragile Konstellationen des Bestehenden, die Seh-und Wahrnehmungsgewohnheiten hinterfragen, und dabei verschiedene Betrachtungswinkel gleichzeitig, wie im Blick durch ein Kaleidoskop auffächern. Spiegelungen vervielfältigen tatsächliche und in der Zeichnung suggerierte räumliche Strukturen, beziehen den Betrachter mit ein und verwickeln ihn in ein dialogisches Spiel mit den Möglichkeiten des Raumes.

 

 

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Ich habe meine Arbeit immer sehr gern gehabt
Elfriede Mejchar

Fotografie

 

Elfriede Mejchar trat 1975 beim Herbstsalon der Galerie Nächst St. Stephan das erste Mal als Künstlerin an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon 21 Jahre im Dienst des Bundesdenkmalamtes tätig und hat als Topografin unser Bild von der österreichischen Kunst und Architektur beeinflusst. Als Topografin hat sie gelernt nicht manipulativ zu fotografieren, keine Geschichte zu erzählen. Sie hat im Laufe ihres Berufsleben tausende Kilometer zurückgelegt und hat dabei begonnen, nebenbei das abzulichten, was sie auf ihren Wegen vorfand: Autowracks, Vogelscheuchen, Hotelzimmer und vieles mehr. War sie vom Bundesdenkmalamt beauftragt, das Bedeutende und Große zu fotografieren, so hat sie für sich das Unscheinbare und das Detail entdeckt.

Diese Fotografien sind die Grundlage für ihre unermüdliche  Atelier-  und Dunkelkammerarbeit, die sie seit den 1980er Jahren verfolgt und die stets offen assoziativ und durchdrungen von Eindrücken und Erlebnissen ist. Hier kann sie sich zu einer radikalen Subjektivität bekennen. Sie selbst sagt: ich konnte nie aufhören und wollte immer viel Neues ausprobieren und experimentieren. 

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien sind poetische Collagen, die neben ihrer dokumentarischen Arbeit für das Stift Kremsmünster entstanden sind. Das Überlagerung der Schichten ist wie eine Glasscheibe durch die wir unsere eigenen Gedanken und Eindrücke sehen können.

 

 

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Galerie Straihammer und Seidenschwann zeigt ab 7.6.17:

Jenny Watson „Other Lives“ und „Am Rande des Etwas“von K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger

Mit der Ausstellung von Werken der australischen Biennale-Teilnehmerin Jenny Watson und der heimischen Künstlergruppe K.U.SCH. präsentiert die Galerie Straihammer und Seidenschwann ab 7. Juni 2017 zwei künstlerische Positionen zu Text und (Schrift)zeichen.

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Vernissage: 7. Juni 2017, 19.00 bis 21.00 Uhr
Eröffnung: Hartwig KnackRenate Krätschmer und Sito Schwarzenberger von K.U.SCH. werden anwesend sein
Ausstellungsdauer: bis 9. September 2017
Di – Fr von 12.00 bis 18.00, Sa von 11.00 bis 15.00
Ort: Galerie Straihammer und Seidenschwann, Grünangergasse 8/3, 1010 Wien, www.galerie-sunds.at

 

In ihrer nächsten Schau zeigt die Galerie Straihammer und Seidenschwann im charmanten „Kipferlhaus“ in der Wiener Innenstadt mit Arbeiten von K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger und der Australierin Jenny Watson zwei künstlerische Positionen, die sich mit dem Verhältnis von Kunst zu Text und (Schrift-) Zeichen auseinandersetzen. 

Jenny Watson

Inspiriert durch frühe Arbeiten des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Joseph Kosuth beschäftigte sich die 1951 in Melbourne geborene Jenny Watson seit Anfang der 1970er Jahre mit den Problemen der sinnlichen Wahrnehmung – der Realität, der Identität und der Definition des Gegenstandes. Spätestens seit 1993, als sie ihr Land auf der Biennale in Venedig repräsentierte, gehört Watson zu den international bekanntesten Künstlerinnen des australischen Kontinents. Das besondere an ihren Arbeiten ist die Kombination von Malerei, Text und Objekt, sowie das Zusammenspiel von Humor, Ironie und schlichtem aber einpräg­samem Sujet. Mit einfachsten Bestandteilen – ungrundierte Stoffe als Trägermaterial, male­risch rudimentär belassene Figuren und handgeschriebene kurze Texte – kreiert Watson in ihren figurativen Bildern komplexe Geschichten, die einerseits einen feministi­schen und sozialkritischen Anspruch erheben, andererseits immer auch tagebuchähnlich persönliche Einblicke zulassen und als selbstreferenziell interpretierbar sind.

Die gezeigten Arbeiten sind Bilder und Texttafeln, wobei die Verbindung von Text und Bild nur optisch zur Deckung zu kommen scheint. Weder illustrieren die Bilder die Texte, noch erklären diese die Bilder. Text und Bild weichen bei Watson so weit wie möglich voneinander ab. Watson ist einerseits mit Werken der Konzeptkunst ver­traut und will andererseits banale und persönliche Alltagsaspekte in ihre Kunst integrie­ren.

 

K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger

Der Mensch, eingebunden in die Natur und seine kulturelle Identität, gefangen in gesell­schaft­­lichen Normen und Zwängen, sie kritisierend oder radikal aus ihnen ausbrechend, ist seit jeher das bestimmende Thema im Schaffen der 1972 von Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger (1943-2013) gegründeten Künstlergruppe K.U.SCH., der 2006 ihr Sohn Sito beigetreten ist. 

In einer Bodenarbeit, die sich zum Teil die Wand es Ausstellungsraums erobert, arrangiert Sito Schwarzenberger für diese Schau unterschiedlichste Zeichen, Symbole, Textfragmen­te und Fundstücke inhaltlich zu einem übergeordneten Ganzen. Ambivalentes, Assoziatives und Gegensätzli­ches gehören für K.U.SCH. grundsätzlich zueinander. Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben bedingen einander doch in letzter Konsequenz. Hier schwingt der Gedanke des Gesamtkunstwerks mit, den K.U.SCH. seit jeher verfolgen: Die Verknüpfung von Kunst und Leben als Einheit.

Rhythmus, Dynamik und Bewegung sind konstitutive Merkmale der Zeichnungen und Objek­te Renate Krätschmers. Ihre Selbstporträts, mit dem Bleistift einmal chaotisch verdichtet, einmal zeichenhaft reduziert ausgeführt, gewähren vertrauliche Einblicke. Andere Blätter zeigen mit Farbstiften oder mit dem Pinsel kalligrafisch erfasste und rhythmisch bewegte Figurenkürzel, die die Künstlerin 2013 in einem Modell dreidimensional umgesetzt hat. Diese „Rhythmi­schen Gestikulationskürzel“ zeigen abstrahierte Bewegungen von Tänzern, die in einer würfelförmigen Anordnung kulissenhaft wie auf einer Theaterbühne gestaffelt hinterein­ander präsentiert sind. Beim Durchblicken der unterschiedlichen Ebenen ergeben sich je nach Perspektivwechsel mal räumliche Verdichtungen und mal offene Strukturen.

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KURZBIOGRAFIEN

Jenny Watson wurde 1951 in Melbourne, Australien, geboren. Sie absolvierte in Melbourne sowohl das Studium der Malerei als auch der Erziehungswissenschaften und stellte erstmals 1973 in ihrer Heimat aus. Seitdem zeigte sie ihre Werke in über 100 Einzelausstellungen in Australien, Europa, Indien, Neuseeland und den USA. 2017 etwa in Wien, Sydney und Reykjavík, Island. 1993 war sie Gast auf der Biennale in Venedig. Dazu kommen mehrere hundert Gruppen­aus­stellungen sowie Ankäufe in staatlichen und privaten Galerien auf der ganzen Welt. Aktuell lebt sie teils in Brisbane, Australien, teils in Europa. 

K.U.SCH. (1972 gegründet von renate Krätschmer Und Jörg SCHwarzenberger; seit 2006 mit Sito): Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger wurden beide 1943 in Wien geboren, wo Jörg Schwarzenberger 2013 auch verstarb. Sito Schwarzenberger wurde 1976 in Graz geboren. K.U.SCH. leben und arbeiten in Wien und Krems.

Die Künstlergruppe versteht ihre interdisziplinäre Arbeit im Sinne eines erweiterten Kunst­begriffs und eines „konzeptionellen Dadaismus“. Ihr Œuvre umfasst Objektkunst, Raumin­stalla­tionen, Korrespondenzen im freien (natürlichen) Gelände, Interventionen im öffentlichen (urbanen) Raum, Filme, Texte, performative Arbeit in Richtung Gesamtkunstwerk bzw. einer spezifisch entwickelten Form von Prozessionstheater und im Weiteren von Laufstegtheater. Seit 1971 Kontakte zu Fluxus, Arte Povera und zur internationalen Mail-Art-Bewegung. Jörg Schwarzenberger war 1977 auch Mitbegründer der Stadtzeitschrift „Falter“. 

Zahlreiche Stipendien und Studienaufenthalte führten K.U.SCH nach Rom und Paliano in Italien, nach Japan, die Niederlande und Uruguay sowie ab 2004 immer wieder nach China. 

Das erste Prozessionstheater wurde 1988 für das erste Donaufestival in Krems realisiert, weitere folgten, u. a. 1992 für die Graphische Sammlung Albertina. Das „Laufstegtheater“ inszenierten K.U.SCH. 1996 auf der Donauinsel in Wien, 2000 auf Schloss Lengenfeld in Niederösterreich, im Kabelwerk in Wien und 2002 im Klangraum Krems. 2005 gab es das „Non-Stop-Shopping-Theater“ in der Fußgängerzone in Krems, 2009 „Funken Soundwhich“ am Wachtberg bei Gars am Kamp und die Performance „Feuchtgebiete“ zur Ausstellung „EVO-EVO“ im Künstlerhaus Wien. 2010 entstand die Performance „FLEXATIV“ begleitend zur „Waber Retrospektive und Weggefährten“ für das Leopold-Museum in Wien sowie zahlreiche ähnliche Projekte in Berlin, Wien und Niederösterreich. 

Ab 1970 zeigten K.U.SCH. ihre Arbeiten in Dutzenden Personalausstellungen und bei Ausstellungsbeteiligungen in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Taiwan, Berlin, Krakau, St. Pölten, Nanjing, Bejing, Tulln und Krems, so in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, in der Wiener Secession, im Nanjing Shenghua Arts Center, und in der RCM Gallery of Nanjing in China, im Künstlerhaus Wien oder bei ZEITKUNST N.Ö. in St. Pölten. 

1995 erhielten K.U.SCH. den Würdigungspreis des Landes N.Ö. für Bildende Kunst

 

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Watson