Nina Annabelle Märkl

 

Aggregate und Zustände, Objekt und Zeichnung

 

Die Linie evoziert Räume – die Faltung im Papier macht die zweidimensionale Zeichnung zu einem räumlichen Gebilde.

Nina Annabelle Märkls Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Zeichnung, Installation und Skulptur. 

Sie lösen die Grenzen der Gattungen ebenso auf, wie sich Figur und Gegenstand in zeichenhaftes Kürzel, technisches Fragment in organischen Körper, Erkennen in Nichterkennen, Gegenständlichkeit in Abstraktion, Nähe in Distanz löst.

In ihrer Durchlässigkeit erzeugen sie einen Raum, der im Kippmoment zwischen verschiedenen Realitätsebenen oszilliert.

Es gilt die Gleichzeitigkeit der die Dinge und ihrer Erscheinung(en) sowie das Moment der Distraktion, das mit unserer Wahrnehmung in einer digitalen Zeit verbunden ist, mit analogen Mitteln zu betrachten.

Die Gegenständlichkeit der Darstellung bildet, indem sie Bildelemente erkennbar macht, einen Anknüpfungspunkt für die Wahrnehmung. 

Sie erzeugt ein Gefühl der Vertrautheit, das mit der Wiedererkennbarkeit eines Objekts oder Fragments einhergeht, zugleich initiiert sie ein Ablenkungsmanöver, das dem Gesehenen die Gewissheit nimmt, das Sichtbare fast unmerklich freisetzt, indem es ihm den Boden entzieht.

In ihren Settings entwirft Märkl fragile Konstellationen des Bestehenden, die Seh-und Wahrnehmungsgewohnheiten hinterfragen, und dabei verschiedene Betrachtungswinkel gleichzeitig, wie im Blick durch ein Kaleidoskop auffächern. Spiegelungen vervielfältigen tatsächliche und in der Zeichnung suggerierte räumliche Strukturen, beziehen den Betrachter mit ein und verwickeln ihn in ein dialogisches Spiel mit den Möglichkeiten des Raumes.