Veronika Veit

 

In Veronika Veits Arbeiten meint man ein Staunen über die Verwandlungskraft, das transformatorische Potential, das in den Dingen des Alltags steckt, geradezu körperlich zu spüren.

 Über viele Jahre konzentrierte sich das Werk von Veronika Veit ausschließlich auf die einfachen Dinge des alltäglichen Lebens. Ihr bildhauerisches  Repertoire umfasste unterschiedlichste Gegenstände, die uns tagtäglich begegnen. Veronika Veit hat jedoch nie blosse Abziehbilder der Realität geschaffen, vielmehr hat sie subtile Eingriffe vorgenommen.

Der Mensch tauchte nie auf.

Auch in den neuen skulpturalen Objekten und szenischen Installationen ist die Dingwelt in einer Bewegung,die dem Menschen ganz offensichtlich keine Verfügungsgewalt mehr über sich zubilligt.

Die Skulpturen lassen beim Betrachter zahlreiche Fragen zu Wirklichkeit und Traumwelt aufkommen. Das, was auf den ersten Blick als alltäglich, als banal erscheint, erfährt durch die verwirrenden Details der skulpturalen Gestaltung eine allmähliche Veränderung.

Veronika Veit hat in der Serie „turning“ die Präsenz von menschlichen Figuren in ein Ensemble aus abstrakten Hüllenobjekten gewandelt. Aus der Anwesenheit wurde eine Abwesenheit – manifestiert durch die Spuren der eliminierten Person: Kleidung, Hülle, Objekte, Taschen, Schuhe in Zusammenprall mit Kugeln, Schläuchen, Leitungen, Ständern. Erschrocken blickt der Betrachter auf vermeintlich alltägliche Dinge, deren Eigenleben und Kombinationswille Irritation und Interesse auslösen. Kopfüber stürzen sich die Figurinen aus einem Rock in eine Halskrause, fragen insektenäugige Glatzkopfreplikantinnen nach ihrer Daseinsberechtigung: sind wir das Ergebnis eines Tests?

„Trans-Forming“ zeigt, wie das Unwillkürliche, oft Unbemerkte in Veränderungsprozessen, gerade in den heutigen Zeiten der Fakes und Realitätskonstrukte ein interessantes Phänomen darstellt. Das Nicht-Festgelegte von Formen und das Durchlässige von Materialität reflektieren die aktuellen Debatten in Soziologie, Ökonomie, Politik. Trans-Forming meint damit einen Veränderungsprozess, der aus ehedem als fix und konstant erkannten Formen, neue, flüssige Formanalogien entstehen lässt.