Albrecht Zauner

 

Über den Künstler

 

Bevorzugte Techniken von Albrecht Zauner sind Skulpturen in Stein und Bronze sowie Zeichnungen. Allen Arbeiten gemeinsam ist die Verdichtung zur essentiellen Aussage. Die Entwicklung von raumgreifenden, aufrechten Formen hin zu liegenden und kauernden wird besonders in den Skulpturen deutlich. Zauner konzentriert lebendige Bewegung und tänzerische Impulse in den Arbeiten. In den Zeichnungen wird die Abstraktion vom Figürlichen zu geballten, räumlichen Formen nachvollziehbar. Zeichnerisch formt sich die Figur, die Körper entstehen in Verdichtung der Linien. Aus der Aneignung der Fläche erwächst die Aneignung des Raums durch die Skulpturen.  

Eine grundsätzlich gleiche künstlerische Herangehensweise prägt die Skulpturen, die in den Prozessen der Werkgenese aus Gips gekratzt, geschlagen, geraspelt und geschnitzt werden. Der Linienauftrag auf dem Blatt trägt dieselbe rhythmische Handschrift Zauners, die bei den Skulpturen durch Wegnahme entsteht. Die Arbeitsspuren, die in den Zeichnungen und Skulpturen erkennbar sind, zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit Form, Raum und Proportion im Zusammenspiel mit thematischen Festlegungen.

Albrecht Zauner ist mit zahlreichen Arbeiten im öffentlichen Raum in Österreich und Deutschland vertreten. Wiederholt hat er auch sakrale Räume gestaltet; bekannt ist  beispielweise der Altar, den er für die Kirche im Dornbirner Hatlerdorf geschaffen hat.

 


Verdichtungen

Albrecht Zauner

 

Zentrales Thema im Schaffen Zauners, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Joannis Avramidis studiert hat, ist der Mensch. Im Vordergrund steht zumeist das Verhältnis von Körper und Raum, Proportionen und formales Experimentieren. Bevorzugte Materialien sind Stein und Bronze. In der Ausstellung kommt auch Gips, Stahl und Stroh eine tragende Rolle zu. 

In seinen neuesten Arbeiten beschäftigt sich Albrecht Zauner mit der Sprache von Körpern und den von ihnen ausgehenden Schwingungen, den Resonanzen. Die Bewegung und Leichtigkeit eines Moments versucht der Künstler in massivem Stein einzufangen. 

Im Zentrum seiner Ausstellung steht eine real beobachtete Szene am Meer, die er mit „Maria“ und „Natalie“ im Innenraum skulptural nachstellt. 

Die beiden Figuren aus Gips, Stahl und Stroh sind bezogen auf Sonne und Meer, aufeinander, auf sich selber und auf die Menschen um sie herum. Entsprechend kommt auch den Besuchern der Ausstellung eine integrale und dialogische Bedeutung zu. „Beobachten, vergleichen, zeigen, verbergen und  bewerten - bewusst oder unbewusst kommen Körper in Resonanz und es entstehen Geschichten. Je realer die Darstellung, desto direkter entsteht der Prozess des Mitschwingens,“ so der Künstler. Denn „Resonanz“ meint auch Reaktion und Zuspruch/Ablehnung seitens des Publikums. 

Eine dritte Figur aus südtiroler Marmor liegt am Boden und ist ganz auf sich konzentriert. Zauner benennt sie mit “a-f“. Und zwar deshalb, weil der auf einer Holzpalette gelagerte und in Schwingung versetzte unbearbeitete Stein einen Ton in der Höhe des „eingestrichenen a“ von sich gab.